Und noch ein Preis für „Mama Merkel“

Demnächst wird die Kanzlerin mit einem Preis für ihr Engagement gegen Judenhass ausgezeichnet – wieder einmal. Muss man sie wirklich dafür ehren, dass sie keine Antisemitin ist? Tatsächlich sind solche Ehrungen Hilferufe und Gesten der Unterwerfung.

Und noch ein Preis für „Mama Merkel“

Demnächst wird die Kanzlerin mit einem Preis für ihr Engagement gegen Judenhass ausgezeichnet – wieder einmal. Muss man sie wirklich dafür ehren, dass sie keine Antisemitin ist? Tatsächlich sind solche Ehrungen Hilferufe und Gesten der Unterwerfung.

Politiker mit Preisen auszuzeichnen, weil sie das machen, wofür sie gewählt wurden und bezahlt werden, ist einfach albern. Kein Busfahrer und kein Lokführer bekommt einen Preis dafür, dass er jeden Tag zum Dienst erscheint und einen Doppeldecker oder einen Regio-Zug von A nach B steuert. Der einzige Unterschied zwischen einem Busfahrer bzw. Lokführer und einem Politiker besteht darin, dass der eine nach einem festen Plan und der andere auf Sicht fährt, oft auch ohne zu wissen, wo er ankommt.

Kein anderer Politiker, keine andere Politikerin wird dermaßen mit Preisen überschüttet wie Angela Merkel. Nicht nur, dass sie mehrmals in der „Forbes“-Liste der mächtigsten Frauen der Welt die Poleposition erreichte und vom „Time“-Magazine zur Person of the Year gekürt wurde; anlässlich eines Besuches in Singapur wurde eine Orchidee der Gattung Dendrobium auf den Namen „Angela Merkel“ getauft.

In ihrem Kleiderschrank liegen 17 Ehrendoktorhüte neben vielen anderen Belegen ihrer Verdienste, u. a. die Presidential Medal of Freedom, die Ehrenbürger-Urkunde der Stadt Templin und die „Lampe des Friedens“, die sie vom Franziskaner-Konvent in Assisi für ihre Bemühungen „um die Versöhnung und das friedliche Zusammenleben der Völker“ erhielt.

Dabei ist ihr das friedliche Zusammenleben zweier „Gruppen“ ein besonderes Herzensanliegen: der Deutschen und der Juden. Dafür bekam sie den Leo-Baeck-Preis des Zentralrates der Juden in Deutschland, die Leo-Baeck-Medaille des gleichnamigen Instituts in New York, den Preis für Verständigung und Toleranz des Jüdischen Museums in Berlin, den Abraham-Geiger-Preis des Potsdamer Rabbiner-Kollegs, den Heinz-Galinski-Preis der Jüdischen Gemeinde Berlin, den Theodor-Herzl-Preis des Jüdischen Weltkongresses; in Kürze kommt noch die Buber-Rosenzweig-Medaille der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit dazu, „für ihr entschiedenes Eintreten gegen antisemitische und rassistische Tendenzen in Politik, Gesellschaft und Kultur“.

Nun kann man der Kanzlerin vieles vorwerfen, nur nicht, sie sei eine Antisemitin. Aber muss man einen Politiker dafür ehren, was er/sie nicht ist? Solche Ehrungen sind Hilferufe und Gesten der Unterwerfung. Angesichts des an Deutlichkeit zunehmenden Antisemitismus verlieren die Juden das Vertrauen in das System und suchen Schutz unter den Fittichen des/der LandesherrIn, wie sie es schon immer getan haben. Wer die Handynummer der Kanzlerin hat, der glaubt, es könne ihm nichts Böses passieren. „Mama Merkel“ wird es schon richten.


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